Mobilität für alle
In Europa ist der Transportsektor für 32 Prozent der Treibhausgasemissionen und 70 Prozent des Ölverbrauchs verantwortlich. Mehr Verkehr auf der Schiene ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Dafür brauchen wir einen Kurswechsel in der Bahnpolitik. Der Rückzug der Bahn aus der Fläche muss umgekehrt werden, sie muss wieder der Daseinsvorsorge für die Bürger verpflichtet sein. Durch die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes im Fernverkehr soll Bahn fahren wieder günstiger werden.
Mit uns bleibt die Eisenbahninfrastruktur dauerhaft in öffentlicher Hand. Wir setzen auf flächendeckende Streckensanierung und -ausbau statt auf teure Prestigeprojekte. Fernverkehr ist mehr, als nur ICE-Züge auf milliardenteuren Neubaustrecken zwischen den großen Städten fahren zu lassen. Wir wollen eine kundenfreundliche Bahn, die in einem bundesweiten „Deutschlandtakt“ nach dem Vorbild der Schweiz Städte und Regionen durch Fernverkehrszüge miteinander verbindet.
Statt Abwrackprämien und staatlicher Kredite für Autohersteller brauchen wir eine Innovationsstrategie für die deutsche und europäische Automobilindustrie. Dabei wird die Förderung der Elektromobilität und ihre Verknüpfung mit grünem Strom eine zentrale Rolle spielen. Die Förderung von Car Sharing als Alternative zum privaten Auto liegt uns am Herzen.
Schon heute fehlt Bund, Ländern und Kommunen das Geld, um die vorhandene Straßeninfrastruktur zu erhalten. Weiterer Straßenneu- und Ausbau ist nicht finanzierbar. In den kommenden Jahren ist ein gewaltiges Instandhaltungsdefizit zu beseitigen. Wir brauchen eine deutliche Erhöhung und Ausweitung der Lkw-Maut, die Verlagerung von Güterverkehr auf Schiene und Schiff und die Vermeidung unnötiger Transporte durch halb Europa. Wir sind für eine flussangepasste Binnenschifffahrt aber gegen die Kanalisierung von frei fließenden Flüssen.
Das energieeffizienteste Verkehrsmittel ist das Fahrrad. Rund die Hälfte aller Autofahrten liegt unter sechs Kilometern. Wegen des überproportionalen Spritverbrauchs kann auf diesen Distanzen besonders viel CO2 eingespart werden, in Deutschland mittelfristig fünf bis sechs Millionen Tonnen pro Jahr. Fußgänger und Radfahrer sind zudem in der Stadt häufig schneller unterwegs als Autofahrer. Noch bei Distanzen bis zu drei Kilometern wird das Auto vom Fahrrad überholt. Daneben haben Fahrrad und Fußverkehr viele andere Vorteile: durch Bewegung wird die Gesundheit gefördert, kaum Lärm und Flächenverbrauch, keine Luftbelastung. Radverkehrsförderung ist deshalb Gebot der Stunde!
Verwandte Themen
Zur Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zur Zukunft der Elbe und Saale Mehr...
|
Die Deutsche Bahn AG beabsichtigt nach Medienberichten mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die Mehr...
|
Das Bundesverkehrsministerium hat auf Druck der GRÜNEN-Bundestagsfraktion die Listen der Deutschen Mehr...
|


