Pressemitteilung In Sachsen
05.12.2017

Ausbaustrecke Berlin–Dresden: Erste Halbzeit abgeschlossen – Bund muss zügig für Vollendung des Projekts sorgen

Am 5. Dezember feierte die Deutsche Bahn den Abschluss einer 16-monatigen Bauphase bei der Ausbaustrecke Berlin–Dresden mit einer Sonderfahrt, an der ich ebenfalls teilgenommen habe. Darüber berichtete die Sächsische Zeitung und ging auch auf meine Forderungen ein. In meiner Pressemitteilung erkläre ich, warum der Bund nun den weiteren Ausbau der Strecke schnell auf den Weg bringen muss:

 

„Mit der Beendigung der Vollsperrung zwischen Elsterwerda und Wünsdorf zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag schließt die Deutsche Bahn die erste Halbzeit beim Ausbau der Strecke Berlin–Dresden ab. Das Schienenprojekt ist damit keineswegs fertiggestellt. Für die Vollendung des Vorhabens braucht es noch einmal rund 500 Millionen Euro und zehn Jahre Geduld: Vor 2028 werden die Bauarbeiten an der Strecke nicht abgeschlossen. Wichtig ist jetzt, dass der Ausbau der Infrastruktur auch schnell in attraktiveren Angeboten für die Fahrgäste mündet. Die für Dezember 2019 angekündigte IC-Linie Dresden–Rostock ist daher ein wichtiger Schritt, um Fahrgästen einen annähernden Stundentakt zwischen Berlin und Dresden und vor allem endlich wieder eine Spätverbindung anbieten zu können.


Für weitere Verbesserungen, wie kürzere Reisezeiten, müssen Bund und DB jetzt zügig die Planungen für die noch fehlenden Abschnitte Blankenfelde – Rangsdorf, Rangsdorf – Wünsdorf, Elsterwerda – Großenhain sowie die Bahnhofsdurchfahrt Doberlug-Kirchhain abschließen. Schließlich muss der Bund den Bau der letzten vier Streckenabschnitte mit Finanzierungsvereinbarungen absichern. Wir haben beim Ausbau der auch für den europäischen Bahnverkehr wichtigen Magistrale schon viel zu viel Zeit verloren und immer neue Terminverschiebungen erlebt. Besonders fatal wirkt sich bis heute der Abbruch der Vorplanungen für die 2. Baustufe im Jahr 2005 aus. Das milliardenschwere Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8, dessen Fertigstellung jetzt gefeiert wird, hat über 10 Jahre zeitweise mehr als die Hälfte aller Mittel für den Bau von Schienenwegen gebunden. Für die zahlreichen Ausbauvorhaben im übrigen Netz – wie der ABS Berlin – Dresden – blieben folglich nur Brosamen übrig, so dass nur im Schneckentempo gebaut wurde. Die künftige Bundesregierung ist aufgefordert endlich neue Prioritäten beim Ausbau des Netzes zu setzen und gleichzeitig mehr Mittel für den Ausbau des Schienennetzes bereitzustellen.“

 

Foto: privat