Pressemitteilung In Sachsen
01.02.2018

Rückkehr des Wolfes – Artenschutz und Herdenschutz zusammen denken

Am Freitag debattiert der Deutsche Bundestag auf Antrag der FDP, ob künftig ein Abschuss von Wölfen möglich sein soll. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat dazu einen eigenen Antrag eingebracht. Dazu habe ich mich wie folgt geäußert:  

 

Die Rückkehr des Wolfes ist ein Erfolg für den Artenschutz in Deutschland. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass die Freilandhaltung von Nutztieren aus Tier-, Natur- und Landschaftsschutzgründen eingeschränkt werden muss. Im Gegenteil: wir müssen sie unterstützen und ausbauen. Es ist Aufgabe einer klugen Politik, beides, einen stabilen Wolfsbestand und eine sichere Weidehaltung, in Einklang miteinander zu bringen. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht ist der falsche Weg. Mir ist bewusst, dass die Übergriffe von Wölfen auf Schafs- und Ziegenherden besonders in der Oberlausitz eine große Herausforderung darstellen. Gerade weil die extensive Weidetierhaltung so unersetzlich ist, muss die Agrarpolitik sie ausreichend honorieren und nicht durch Wolfsrisse zusätzlich gefährden. Deshalb müssen Kosten für Herdenschutz sowie wirtschaftliche Schäden durch Wolfsübergriffe ausreichend ausgeglichen werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz für den Wolf hängt davon ab, das Artenschutz und Herdenschutz in der Praxis nicht als Widerspruch erlebt werden.

 

Die Sächsische Zeitung berichtet heute sowohl in der Printausgabe als auch online am 2. Februar und dem 6. Februar.

 

Bildquelle: Wildfaces/pixabay.com