Kommentar
27.06.2017

Statement zum zweiten Bericht der Untersuchungskommission "Volkswagen"

Nach monatelangem Druck von uns Grünen im Bundestag hat Verkehrsminister Dobrindt heute den zweiten Bericht seiner Abgas-Untersuchungskommission vorgelegt. Im letzten Jahr wurde bei 29 der 53 untersuchten Fahrzeugmodelle festgestellt, dass die Angaben zum Spritverbrauch falsch sein könnten. Unter Laborbedingungen hat Dobrindt die Modelle erneut testen lassen und nur noch bei zwei Modellen Abweichungen festgestellt. Das wundert niemanden: Erstens kann man Betrugssoftware bei solchen Tests gar nicht erst entdecken und zweitens konnte Dobrindt bei seinen Tests auch alle realitätsfernen Optimierungstricks und Toleranzen ausnutzen, die von allen Seiten kritisiert werden. Damit haben die Ergebnisse nichts mehr mit dem echten Spritverbrauch auf der Straße zu tun. Klar ist: Im echten Straßenverkehr liegt der Spritverbrauch auch weiter über den Katalogwerten. Deswegen wollen wir Verbrauchsmessungen, die im echten Straßenverkehr durchgeführt werden und nicht nur im Abgaslabor.

 

Dobrindt hat auch ein Institut für Verbrauchs- und Emissionsmessungen angekündigt. Hinter den Kulissen verbergen sich jedoch die Strukturen, die den Abgasskandal überhaupt erst ermöglicht haben: Das Kraftfahrt-Bundesamt, das durch eine Kultur des Wegschauens aufgefallen ist, soll Verbrauch und Schadstoffe von neuen Fahrzeugen messen. Finanziert werden die Tests von der Autoindustrie. Bei solchen eklatanten Interessenkonflikten können wohl kaum vertrauenswürdige Tests durchgeführt werden.

 

Bildquelle: Auspuff by Paulina101, pixabay.com, CC0 Public Domain