Bericht In Sachsen
08.01.2020

Besuch bei EEX Group

Die größte Strombörse der Welt hat ihren Sitz in Leipzig. Neben dem Betreiben von Börsen spielt die EEX Group auch eine wichtige Rolle beim Handel mit Emissionszertifikaten, die ein wichtigstes Instrument sind, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Das europäische Emissionshandelssystem (ETS) umfasst derzeit 31 Länder. Im weltweiten Emissionshandel ist die EEX Group die Nummer zwei.

 

Ich habe mich mit dem Political & Regulatory Affairs Team der EEX getroffen, um über energiepolitischen Fragen zu sprechen. Dabei begleitet hat mich Katharina Kreft, unsere grüne Oberbürgermeisterkandidatin für Leipzig. Von den insgesamt 600 Beschäftigen arbeitet mehr als die Hälfte in Leipzig auf sieben Etagen im Cityhochhaus.

 

Die EEX machte im Gespräch deutlich, dass das Instrument des Emissionshandels aus ihrer Sicht gut funktioniert und der steigende Preis für CO2-Zertifikate fossile Arten der Energiezeugung auf mittlere Sicht unattraktiv machen wird. Problem ist, dass nur knapp mehr als die Hälfte der „Verschmutzungsrechte“ von Unternehmen gekauft werden mussten, der Rest wurde kostenfrei zugeteilt. Daher sind zu viele Zertifikate im Umlauf. Im Klimapaket der Bundesregierung ist ein nationales ETS enthalten, welches aber zunächst nicht als Börse funktionieren soll, sondern mit einem Festpreis, zu welchem die Zertifikate gekauft werden sollen. Der Einstiegspreis konnte nach Verhandlungen mit grüner Beteiligung im Bundesrat von 10 € auf 25 € erhöht werden, der nun auf dem Niveau des europäischen Emissionshandelspreises liegt und damit eine gewisse Lenkungswirkung entfalten kann. Gleichwohl bleibt ein nationales ETS ein aufwendiger und bürokratischer Sonderweg.