Bericht Im Bundestag
29.05.2019

Besuch beim Kraftfahrt-Bundesamt mit Oliver Krischer

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im Abgasskandal eine unrühmliche Rolle gespielt. Weil der Behörde Technik und Personal fehlten, um Fahrzeuge auf Abgasmanipulationen zu untersuchen, und im Verkehrsministerium eine Kultur des Wegschauens vorherrschte, konnten Autohersteller unbehelligt ihre Abgaswerte manipulieren. Fast vier Jahre später baut das Kraftfahrt-Bundesamt nun ein eigenes Abgaslabor mit zwei Rollenprüfständen, mit denen ab dem kommenden Jahr Fahrzeuge getestet werden sollen. Über den Stand der Arbeiten habe ich mich gestern zusammen mit meinem Kollegen Oliver Krischer in Flensburg informiert.

 

Auch einen ehemaligen Militärflughafen, den die Behörde derzeit saniert, haben wir besichtigt. Auf der drei Kilometer langen Landebahn will das KBA künftig Fahrtests durchführen, um Manipulationen aufzudecken. Neues IT-Personal soll sich zudem darum kümmern, die Motorsoftware zu analysieren. Insgesamt 200 Autos will das KBA künftig jährlich untersuchen  – wenn der politische Wille vorhanden ist und sich die Arbeiten nicht weiter verzögern.

 

Hardware-Nachrüstungen für schmutzige Dieselautos lassen weiter auf sich warten. Im Gespräch mit den Mitarbeitern habe ich den Eindruck bekommen, dass das KBA dieser effektiven Lösung zur Abgasreinigung nur wenig Priorität einräumt. Strenge Anforderungen und fehlende Unterstützung von Behörden und Autoherstellern sind unnötige Hürden für die oft mittelständischen Entwickler von Nachrüstungssystemen.

 

Bildquelle: Privat