Pressemitteilung Im Bundestag
30.11.2018

Bundestag verlängert Ferkelkastration - Zehntausende männliche Ferkel werden jedes Jahr in Sachsen betäubungslos kastriert

Zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre erklärt Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen:

 

„Mit der Fortsetzung dieser tierquälerischen Praxis tritt die Bundesregierung den Tierschutz weiterhin mit Füßen. Allein im Freistaat Sachsen werden jedes Jahr mehrere Zehntausend männliche Ferkel bei vollem Bewusstsein kastriert. Dies ist eine Bankrotterklärung der Großen Koalition, denn sie hat die Übergangsfrist von fünf Jahren nicht dafür genutzt, einen verantwortungsvollen Umstieg weg von diesem tierquälerischen Eingriff zu gestalten.

 

Anstatt den Umbau der Tierhaltung voranzutreiben, sichert die Bundesregierung lieber die Profite der Schlachtindustrie. Die SPD agiert als Steigbügelhalter der unionsgeführten Agrarpolitik. Die Große Koalition ist Freund der Schlachtindustrie und Alptraum aller Tiere. Einen Offenbarungseid leisteten gestern die sächsischen CDU Bundestagsabgeordneten die fast geschlossen für die Fortsetzung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln für zwei weitere Jahre stimmten. Dabei hat die Bundesregierung selbst in einem Bericht von Ende 2016 anerkannt, dass es Alternativen gibt, die auch wirtschaftlich tragbar sind.

 

Fest steht: Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung und bessere Tierschutzgesetze, damit die Tiere in der Landwirtschaft endlich besser geschützt werden.“

 

Hintergrundinformationen:

Aktueller Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Tierschutz unverzüglich umsetzen“

 

Bericht der Bundesregierung über den Stand der Entwicklung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration