Presseecho Pressemitteilung
10.09.2015

Deutsch-polnischer Bahngipfel: Elektrifizierung Dresden – Görlitz muss in den Bundesverkehrswegeplan

Mit Blick auf den deutsch-polnischen Bahngipfel am Freitag in Potsdam erklären Siegfried Deinege, Oberbürgermeister von Görlitz, Michael Kretschmer, Generalsekretär der CDU Sachsen und Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen im Bundestag, für die Görlitzer Fernverkehrsinitiative:

„Wir erwarten vom Bund ein klares Signal für die Aufnahme der Elektrifizierung zwischen Dresden und Görlitz in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015. Eine zeitgemäße Infrastruktur ist die Voraussetzung, dass auf der Strecke Dresden – Görlitz – Wrocław mittelfristig wieder ein zeitgemäßes und damit konkurrenzfähiges Angebot im Personenverkehr angeboten werden kann. Dabei ist Deutschland unter Zugzwang: Auf polnischer Seite sind alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Elektrifizierungslücke zwischen Węgliniec und der Neiße in wenigen Jahren geschlossen werden kann. Es wäre ein Treppenwitz, wenn Deutschland auch bei dieser Strecke wieder im Bummeltempo ausbauen würde.

Mit Blick auf das von der Deutschen Bahn im März dieses Jahres präsentierten Fernverkehrskonzept sind Änderungen zwingend nötig. Es ist für uns nicht zu akzeptieren, dass es auch perspektivisch nach dem DB-Konzept keinen grenzüberschreitenden Fernverkehr über Görlitz geben soll. Bei der Betrachtung der Deutschlandkarte mit den geplanten Fernverkehrslinien im Jahr 2030 hat es fast den Anschein, als sei die Oder-Neiße-Linie eine unpassierbare Grenze: Nur über Frankfurt an der Oder fahren nach den Vorstellungen des DB-Konzerns Fernverkehrszüge von der deutschen in die polnische Hauptstadt, alle übrigen Ost-West-Linien enden in Dresden oder Cottbus. Dabei zählt die Strecke über Görlitz neben den Verbindungen von Berlin nach Stettin und Warschau zu den drei wichtigsten grenzüberschreitenden Bahnkorridoren zwischen Deutschland und Polen.

Das Bundesverkehrsministerium muss jetzt außerdem zügig die Sondergenehmigung für die Einfahrt polnischer Triebwagen in den Bahnhof Görlitz erteilen. Dadurch profitieren Fahrgäste in Görlitz von zusätzlichen Umsteigeverbindungen, ohne dass teure technische Nachrüstungen an den Fahrzeugen erforderlich werden.

Auch der im März dieses Jahres eingestellte Dresden-Wrocław-Express muss nicht zuletzt mit Blick auf das Ereignis „Kulturhauptstadt Europas“, das 2016 Breslau bestimmen wird, zum Fahrplanwechsel Ende des Jahres wieder Fahrt aufnehmen. Mittelfristig sollte das Angebot allerdings zu einem Fernverkehrsangebot weiterentwickelt werden, das nicht mehr aus Nahverkehrstöpfen finanziert wird. Auf dem Bahngipfel sollten Lösungen aufgezeigt werden, wie ein solches Angebot künftig aussehen kann.“

 

In der heutigen Ausgabe der Sächsischen Zeitung online wurden die Forderungen von Stephan Kühn in einem Artikel zum grenzüberschreitenden Nahverkehr aufgegriffen.