Bericht In Sachsen
11.07.2018

Dreiländerherz-Tour: Digades – zu Besuch beim Weltmarktführer aus der Oberlausitz

Das sächsische Unternehmen des Jahres und der Gewinner des Deutschen Mobilitätspreises des Jahres 2017 kommt aus Zittau. Die Firma Digades hat das erste automatische Notrufsystem für Motorräder mit integrierter Diebstahlwarnung entwickelt. Für Autos und leichte Nutzfahrzeuge ist der eCall seit diesem Jahr für alle neuen Fahrzeuge serienmäßig vorgeschrieben. Der eCall kann Leben retten, indem bei einem Unfall automatisch die nächste Rettungswache informiert wird. Für Motorräder wäre der eCall umso wichtiger, da Unfälle mit Zweirädern oft mit schweren Personenschäden verbunden sind. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Lutz Berger habe ich meine Unterstützung zugesagt, mitzuhelfen, dass der eCall für Motorräder bald verpflichtend wird. Bisher gibt es ihn nur als Nachrüstlösung, da ihn noch kein Serienhersteller verbaut.

Beim gestrigen Besuch des Unternehmens im Rahmen unserer Sommertour haben wir uns das im Bau befindliche neue Entwicklungszentrum zeigen lassen. Geld verdient das Unternehmen nicht mit dem automatischen Notrufsystem für Motorräder, sondern als automobiler Zulieferer. Digades ist Marktführer für Fernbedienungen für Auto-Standheizungen, die sie jetzt auch app-basiert entwickelt haben. Die Konkurrenz in der Zulieferindustrie ist groß. Um wettbewerbsfähig zu bleiben setzt Digades konsequent auf Forschung und Entwicklung. Gut 70 der 200 Beschäftigten in Zittau und den Außenstellen in Dresden und Nordhausen kümmern sich darum und erschließen sich so zum Beispiel das zukunftsträchtige Geschäftsfeld der Car-to-X Kommunikation. Auf meine Frage, wie die Politik Unternehmen in der Region unterstützen kann, verwies Lutz Berger auf das fehlende Adventure Capital für die Umsetzung neuer Ideen und Geschäftsmodelle. Hier besteht also Handlungsbedarf.

 

Bildquelle: digades