Pressemitteilung In Sachsen
27.04.2015

Flughafen Leipzig-Halle als BER-Terminal: Nicht mit Lärmschutz zweiter Klasse

Zu der von der sächsischen Staatsregierung geplanten Kooperation des Flughafens Leipzig-Halle zur Entlastung des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens (BER), erklärt Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Verkehrspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

 

„Anwohnerproteste und erfolgreiche Klagen haben für umfangreiche Investitionen in den Lärmschutz am BER gesorgt. Im Vergleich dazu hat Leipzig-Halle nur Lärmschutz zweiter Klasse. Bei Fluglärmbetroffenen um den Flughafen Leipzig-Halle wurden meist nur Rollladenkästen und Lüfter eingebaut, nicht aber Schallschutzfenster wie in Berlin. Die Leipziger Bürger sind zudem nächtlichem Fluglärm durch das Luftfrachtdrehkreuz ausgesetzt. Jetzt sollen noch nächtliche Triebwerksprobeläufe stattfinden. Unter diesen Bedingungen Verkehre nach Leipzig umzuleiten, ist indiskutabel.

 

Ob weitere Steuermilliarden in eine mögliche Erweiterung des BER fließen sollten oder vorhandene Kapazitäten beim defizitären Flughafen Leipzig-Halle genutzt werden können, muss im Rahmen eines Nationalen Luftverkehrskonzepts diskutiert werden. Vorbedingung ist aber eine deutliche Verbesserung beim Lärmschutz in Leipzig. Ein politischer Wille ist hierfür allerdings nicht im Ansatz zu erkennen.“

 

Bildquelle: aircraft by montemari, CC0 Public Domain, pixabay.com