Presseecho In Sachsen
01.07.2019

Freie Presse: "Tiertransporte bei Hitze sind verboten - und rollen trotzdem"

Dieser Tage steigen die Temperaturen in Deutschland bis auf 38 Grad. Bei diesen Bedingungen Tiertransporte über lange Strecken durchzuführen ist grausam. Auch bei niedrigeren Temperaturen kommt es viel zu häufig vor, dass Ruhezeiten nicht eingehalten und die Tiere nicht richtig versorgt werden. Doch bei der Suche nach der Verantwortung schieben sich Bund, Länder und Europäische Union gegenseitig den schwarzen Peter zu. Für die Tiere gibt es dadurch leider keine Verbesserungen. Kurzfristig fordern wir die Bundesregierung auf, Tiertransporte bei Extremtemperaturen von über 30 Grad Celsius auszusetzen. Gemeinsam mit den Ländern muss die Bundesregierung vereinbaren, dass während der Sommermonate Transporte nur unter einer Dauer von vier Stunden in den frühen Morgen-, Abend- und Nachtstunden durchgeführt werden.

 

Nach EU-Recht dürfen während des Transports zu keiner Zeit mehr als 30 Grad Celsius Außentemperatur herrschen. Daten aus dem EU-System Traces, in der der Tierverkehr erfasst wird, zeigen aber, dass in der Vergangenheit dennoch Transporte stattfanden. So starteten in Sachsen am 30. Juli 2018 vier Lastwagen mit Schweinen - an einem Tag, an dem laut dem Meteorologen Dominik Jung die 30-Grad-Marke klar überschritten wurde. Die Transporte gingen nach Österreich und Ungarn und dauerten zwischen zwölf und 18 Stunden, wie aus einer Anfrage von mir an die Bundesregierung hervorgeht. Allein bei Schweinen waren im Vorjahr 319 Langzeittransporte in Sachsen gestartet, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. 70 davon fanden im Juni, Juli und August statt. Mehr als die Hälfte der Transporte ging nach Ungarn. Die längste Fahrt dauerte 50 Stunden - nach Rumänien.

 

Über meine Kritik an diesen unhaltbaren Zuständen berichtet auch die Freie Presse (Print am 30.06.2019, Seite 1 und online). 

 

Bildquelle: pixabay.com/hans