Pressemitteilung In Sachsen
22.03.2016

Gemeinsame Pressemitteilung | Sächsische CDU bietet rechtskonservativer Anti-Feministin eine Bühne und schürt damit Vorurteile und Wut

Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und die gleichstellungspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion Katja Meier üben scharfe Kritik an der bevorstehenden Veranstaltung der CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel und Arnold Vaatz. Unter dem Motto "Mit Gendergaga gegen das arabische Frauenbild? Wie Ideologien unsere Freiheit bedrohen" haben beide CDU-Politiker zu einer Diskussion mit der umstrittenen Anti-Feministin Birgit Kelle eingeladen.

 

„Andreas Lämmel und Arnold Vaatz haben aus dem Erstarken rechter Kräfte bei drei Landtagswahlen offenbar nichts gelernt“, stellt Kühn fest. „Mit Frau Kelle bieten sie nicht nur einer erbitterten Gegnerin von Gleichstellung und sexueller Vielfalt eine Bühne, sondern auch einer antifeministischen Hardlinerin, die bestens in rechten Kreisen vernetzt ist und für neurechte Blätter schreibt. Auch die absurde Themenwahl macht deutlich, wo die beiden Veranstalter die größte Bedrohung der Gesellschaft sehen: Keineswegs rechts, sondern da, wo Frauen, aber auch Lesben, Schwule und Transgender und nicht zuletzt auch Angehörige anderer Religionen für gleiche Rechte kämpfen.“

 

„Damit heizen Dresdens CDU-Bundestagsabgeordnete die Wut und Ablehnung, die ein Teil der Bevölkerung gegen die offene, vielfältige Gesellschaft entwickelt hat, weiter an und stellen sich selbst auf die Seite der Wutbürgerinnen und Wutbürger“, erklärt Kühn. „So verschärft man gesellschaftliche Konflikte, statt sie zu versöhnen. Gleichzeitig konterkarieren Andreas Lämmel und Arnold Vaatz alle Versprechen des Ministerpräsidenten, Sachsens Rassismusproblem konstruktiv anzugehen.“

 

Meier ergänzt: „Birgit Kelle nennt sich zwar Feministin, ist in Wirklichkeit aber das genaue Gegenteil. Hinter ihrem angeblich modernen Feminismus verbirgt sich die Vorstellung, Frauen sollten sich freiwillig auf ihre Rolle als Mütter und Hausfrauen beschränken. Sie tut so, als hätten hundert Jahre weiblicher Emanzipation nicht stattgefunden.“

 

„Doch damit nicht genug“, fährt Meier fort. „Kelle hat sich den Kampf gegen ein aufgeklärtes Geschlechterbild auf die Fahne geschrieben. Hand in Hand mit der AfDlerin Beatrix von Storch organisierte sie Demonstrationen gegen den Bildungsplan und wettert gegen Aufklärungsunterricht in der Schule und sieht hinter der Thematisierung unterschiedlicher Lebensformen den Plan einer 'Umerziehung' und 'Frühsexualisierung' unserer Kinder. Hinter dieser Haltung steckt nicht nur ein gerütteltes Maß Verschwörungstheorie, sondern auch ein Menschenbild, das auf Ab- und Ausgrenzung beruht, statt auch Gleichberechtigung.“