Pressemitteilung In Sachsen
08.01.2014

Gerichtsentscheidung zur A 14: Nicht länger am Bedarf vorbeiplanen – jetzt bezahlbare Alternativen voranbringen!

Zu der heutigen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, mit der der Weiterbau der A 14-Nordverlängerung von Magdeburg nach Schwerin zunächst gestoppt wurde, erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen Bundestagsfraktion:

 

„Durch die heutige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts haben alle Beteiligten Gelegenheit erhalten, die Planung der A 14 zu überdenken und sinnvolle Alternativen voranzubringen.

Einmal mehr ist deutlich geworden, dass die Nordverlängerung der A 14 ein aus der Zeit gefallenes, völlig überdimensioniertes Verkehrsprojekt ist. Für das prognostizierte Verkehrsaufkommen von abschnittsweise 15.000 Fahrzeugen reicht eine ausgebaute Bundesstraße vollkommen aus.

Verkehrspolitisch ist es geradezu irrsinnig, 1,3 Milliarden Euro im altmärkischen Boden zu versenken, während in anderen Teilen des deutschen Autobahnnetzes marode Brücken gesperrt werden und Dauerstau herrscht.

Der ehemalige Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Daehre, weiß zudem wie kein anderer Verkehrspolitiker, dass wir uns Autobahnneubauprojekte für die es objektiv kein Bedarf gibt, nicht mehr leisten können. Wiederholt hat Herr Daehre als Vorsitzender der Kommission „Zukunft der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“ Alarm geschlagen, dass in Deutschland jährlich 7,2 Milliarden Euro für den Erhalt unserer Verkehrswege fehlen. Der Erkenntnisgewinn muss Konsequenzen haben: Wir müssen die knappen Mittel endlich auf den Erhalt konzentrieren, statt sie in sinnlosen Neubauvorhaben zu verprassen.

Jetzt müssen die Alternativen zur A 14 umgesetzt werden, die wesentlich kostengünstiger und zudem mit weit weniger Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden sind.

Die Bundesregierung und die Landesregierungen sind aufgefordert, endlich auf die von den Bürgerinitiativen und Umweltverbänden vorgeschlagenen Ausbaualternativen einzugehen, statt mit der überholten Autobahnplanung weiterhin in eine Sackgasse zu steuern. Noch ist es nicht zu spät umzukehren: Die im Bau befindlichen Abschnitte lassen sich qualifiziert abschließen bzw. in Alternativen einbeziehen. Die schwerwiegendsten Eingriffe und größten Investitionen lassen sich noch abwenden.“

 

Bildquelle: Die Autobahn, Christian Allinger, CC BY 2.0