Kommentar In Sachsen
14.06.2019

Görlitz bleibt weltoffen und bunt

Mit 28% erreichte unsere grüne OB-Kandidatin Franziska Schubert beim ersten Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz ein hervorragendes Ergebnis. Es reichte aber nur zu Platz 3. Der AfD-Kandidat Sebastian Wippel lag mit 36% vorn, gefolgt von Octavian Ursu (CDU) mit 30%. Am kommenden Sonntag kommt es nun zur Entscheidung zwischen Wippel und Ursu. Zuvor rufen junge Görlitzer für den 14. 06. um 18 Uhr mit ihrer Initiative Görlitz bleibt bunt (https://m.facebook.com/BuntesGoerlitz/) zur Demonstration für ein weltoffenen Görlitz auf.

 

Ich unterstütze ihr Anliegen aus ganzem Herzen. Junge Leute zeigen uns häufiger in der letzten Zeit, dass sie mit bestimmten Entwicklungen nicht mehr einverstanden sind und dass sie sich entschlossenere Politik wie beim Klimaschutz wünschen. Sie fordern etwas ein, was wir als Akteure in den folgenden Generationen zu vergessen scheinen: Unsere Entscheidungen legen die Grundlagen für ihre Zukunft.

 

Görlitz bleibt bunt zeigt auf, worum es ihnen am kommenden Sonntag bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister der Stadt geht: eine Wahl zu treffen für eine vielfältige, bunte, weltoffene Europastadt Görlitz. Ein AfD-Oberbürgermeister wird nicht nur den Blick von außen auf die Stadt verändern. Die Stadt läuft Gefahr mit OB und größter Ratsfraktion zum Experimentierfeld einer rechtspopulistischen und vom Verfassungsschutz zum Prüffall erklärten Bundespartei AfD zu werden. Die daraus folgende Kommunalpolitik wird nicht alles aber Wesentliches, was Görlitz bisher erreicht hat und ausmacht infrage stellen: eine bunte, vielfältige Kulturszene, eine auf Wachstum setzende Kooperation mit den polnischen Nachbarn, eine Willkommenskultur, die nicht nur Touristen zum verweilen, sondern auch Menschen auf Heimatsuche einlädt, sich hier zu gründen. All das braucht Görlitz, um sich weiter als moderne weltoffene Stadt und als Wirtschaftsstandort im 21. Jahrhundert entwickeln zu können.

 

Die AfD und ihr Kandidat wollen dagegen wieder Grenzkontrollen einführen und die Kulturszene einschränken. Sie setzen auf Abgrenzung und Autorität anstelle von Kooperation und Miteinander. All das widerspricht dem Konzept der Europastadt und erinnert an vergangene Zeiten, die dieser Stadt nicht gut getan haben. Deshalb darf Görlitz am Sonntag nicht in die Hände der AfD fallen.

 

Bildquelle: Initiative Görlitz bleibt bunt