Presseecho Im Bundestag
23.01.2019

Handelsblatt: "Grüne fordern geringere Mehrwertsteuer auf Zugtickets"

Die Preise für Bahntickets sind seit 2000 um 57 Prozent gestiegen, die Kosten fürs Autofahren im selben Zeitraum hingegen nur um 36 Prozent. Flugreisen werden sogar immer billiger. Während der klimaschädliche Flugverkehr bei grenzüberschreitenden Flügen gänzlich von der Mehrwertsteuer befreit ist, müssen Fernreisende im Zug stets den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zahlen.

 

Ich habe die Bundesregierung nach den Kosten gefragt, die sich 2018 durch eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Zugtickets der Deutschen Bahn von 19 auf sieben Prozent für das Jahr 2018 ergäben hätten. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium der Finanzen, Christine Lambrecht, beziffert in ihrer Antwort die rechnerischen Steuermindereinnahmen auf insgesamt 400 Millionen Euro.

 

Das Handelsblatt und das ZDF haben meine Forderung die Mehrwertsteuer auf Zugtickets im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf sieben Prozent abzusenken, für ihre Berichterstattung aufgegriffen.

 

Für mich steht fest: Wenn es die Bundesregierung mit ihrem Ziel, 2030 doppelt so viele Fahrgäste mit der Bahn zu befördern wie heute, ernst meint, dann muss sie ein klares Preissignal setzen und die Mehrwertsteuer für Zugtickets im Fernverkehr auf sieben Prozent absenken. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz ist sozial gerecht, denn er senkt die Ticketpreise und ermöglicht es so mehr Menschen mit der Bahn zu fahren. Außerdem sorgt ein angepasster Mehrwertsteuersatz für fairen Wettbewerb der Verkehrsträger, denn er reduziert die Preisschere zwischen innerdeutschen Zug- und Flugreisen. Die Bundesregierung muss den Verkehr auf die Schiene verlagern, sonst werden die Klimaschutzziele auch für 2030 nicht einzuhalten sein. Deswegen darf der umweltschonende Fernverkehr mit dem Zug nicht länger steuerlich benachteiligt werden.

 

Bildquelle: pixabay.com/holzijue