Veranstaltung Bericht In Sachsen
29.05.2018

Im Gespräch mit den Kundenbetreuern von DB Regio Sachsen über Sparzwänge, Kleinstaaterei im Nahverkehr und aggressive Fahrgäste

Gestern habe ich DB Regio Sachsen besucht, die das Dresdner S-Bahn Netz und den Saxonia-Express Dresden-Leipzig betreiben. Im Gespräch mit den Kundenbetreuer*innen wurde schnell deutlich, welche Themen den Mitarbeiter*innen unter den Nägel brennen: kritisiert wurde die Ausschreibungspraxis im Nahverkehr, für die in Sachsen ohne ein Tariftreuegesetz läuft und die zu wenig Angebots- und Servicequalität sichert. Die Fahrzeuge sind Spitz auf Knopf gerechnet, so bald eines ausfällt fehlen schnell die Reserven und schon kommt es zu Ausfällen und Verspätungen - zu Lasten von Mitarbeiter*innen und Kund*innen.

Der Kritik an der Kleinstaaterei und dem Tarifdschungel mit fünf sächsischen Aufgabenträgern/Verkehrsverbünden konnte ich nur zustimmen. Es geht auch mit weniger, in anderen Bundesländern reicht eine Landesverkehrsgesellschaft bzw. ein Verkehrsverbund. Überfällig ist ein landesweiter Sachsentarif und einheitliche Beförderungsstandards, zum Beispiel bei der Fahrradmitnahme.

Stark zugenommen hat die Aggressivität mancher „Kund*innen“. Fast täglich spüren Kundenbetreuer*innen die Einsparungen des Sicherheitspersonal bei den Ausschreibungen der S-Bahnen hautnah. Um die Sicherheit von Kundenbetreuer*innen und Fahrgästen zu verbessern, wäre es wichtig, das Sicherheitspersonal zu verstärken und die Bundespolizei personell so auszustatten, dass diese stärker Präsenz in den Zügen zeigen können.