Presseecho In Sachsen
01.07.2020

MDR: "Mehr Fern- und Regionalverkehr auf die Schiene"

Gestern hat Verkehrsminister Scheuer mit einer großen PR-Show den Schienenpakt vorgestellt. Mit einem Masterplan soll der Deutschlandtakt umgesetzt und so die Zahl der Fahrgäste bis 2030 verdoppelt sowie der Anteil des Schienengüterverkehrs auf 25 Prozent erhöht werden. Die Schiene sei für Scheuer sogar das Verkehrsmittel Nummer Eins. Unzweifelhaft sind diese Ziele richtig und klima- und verkehrspolitisch dringend geboten. Doch bei Verkehrsminister Scheuer liegen zwischen Ankündigung und Realität Welten: Im letzten Jahr wurden über 100 Kilometer Autobahnen neu- und ausgebaut, aber nur neun Kilometer neue Gleise verlegt. Man stärkt nicht die Schiene indem man Straßen baut! Für den Neu- und Ausbau der Schienenwege stehen derzeit im Haushalt 1,5 Milliarden Euro und damit lediglich die Hälfte der Mittel zur Verfügung, die notwendig wären, um die oben genannten Ziele überhaupt ansatzweise erreichen zu können. Notwendig wäre auch eine Strukturreform bei der Bahn. Der bundeseigene Konzern ist in hunderte Gesellschaften und Tochterunternehmen zersplittert. Wer auf einem Bahnsteig steht, blickt gleich auf vier Bahn-Gesellschaft: DB Station & Service (Bahnhöfe), DB Netz (Gleise), DB Energie (Fahrdraht) und DB Immobilien (Grundstück). Meine Kritik am Schienenpakt habe ich gegenüber dem MDR (Video) geäußert. 

 

Bildquelle: pixel2013/pixabay.com