Bericht In Sachsen
19.07.2019

Mein Praxistest autonomes Fahren – wann kommen die Robotaxis?

In den USA werden erste Autos für den Straßenverkehr zugelassen, die komplett ohne menschliche Unterstützung fahren können. Doch ist die Technik schon so ausgereift, dass diese Fahrzeuge keine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen? Und wo sollte automatisiertes oder sogar autonomes Fahren sinnvoll eingesetzt werden? Dazu habe ich mich mit Prof. Toralf Trautmann, Lehrgebiet Kfz-Mechatronik der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden gesprochen und durfte es auf der Teststrecke selber ausprobieren. 

 

Im unteren Geschwindigkeitsbereich ist die Technik heute schon in der Lage automatisierte Fahrfunktionen sicher zu ermöglichen. Zum Beispiel könnten so Carsharing-Autos automatisiert auf der „letzten Meile“ zur nächste Elektro-Ladesäulen fahren. Bei höheren Geschwindigkeiten kann der Sicherheitsnachweis ohne menschliche Eingriffe derzeit noch nicht gebracht werden. Insbesondere in der Umfeld-Sensorik besteht noch Entwicklungsbedarf, müssen Laser-, Radar- und Kameratechnik weiterentwickelt werden. Wie ich bei meiner Testfahrt feststellen konnte, ist die genau Standorterkennung der Fahrzeuge insbesondere innerorts noch ein Problem. Absehbar wird die Sicherheitsüberwachung solcher Fahrzeuge nur mit 5G-Mobilfunk funktionieren. Chancen bietet das fahrerlose Fahren für den ländlichen Nahverkehr und für die Logistik. Bundesweit gibt es mehrere Feldversuche mit fahrerlosen Minibussen, die sich auf vorprogrammierten Strecken (virtuelle Schiene) bewegen. Bisher sind diese aber nur Fahrten in Schrittgeschwindigkeit zugelassen. Für höhere Geschwindigkeiten müsste das Straßenverkehrsgesetz geändert werden. Bis dahin ist wichtig, Reallabore zu schaffen, wo die Technik getestet und die wirtschaftliche Einsetzbarkeit der Technik gefördert werden kann.

 

Bildquelle: eigene Bilder