Pressemitteilung Bericht In Sachsen
08.05.2018

Mit besserer Bezahlung und bundeseinheitlichen Personalstandards den Fachkräftemangel in der Pflege stoppen

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai habe ich heute die Altenpflegeeinrichtung am Zeisigwald der Diakonie Stadtmission Chemnitz und das Seniorenpflegeheim „Marie-Juchacz-Haus“ der Arbeiterwohlfahrt Chemnitz besucht. Ich sprach dort im Rahmen der „Grünen Pflegewoche“ der Bundestagsfraktion mit den Pflegekräften der Einrichtungen über die Personal- und Arbeitssituation in der Pflege und habe dazu folgende Erklärung abgegeben:

 

„Viele Pflegekräfte kämpfen jeden Tag gegen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen. Professionelle Pflege bedeutet nicht nur, eine Person gut zu versorgen, sondern auch, Zeit zu haben für persönliche Zuwendung, für ein vertrauensvolles Gespräch oder tröstende Worte. Die Pflegekräfte sind am Limit. Wir brauchen endlich bundeseinheitliche Personalschlüssel in der Pflege, um eine hohe Qualität zu sichern und die Pflegekräfte vor dauerhafter Überlastung zu schützen.

 

Sachsen hat bundesweit die größten Probleme, Stellen in der Pflege professionell wiederzubesetzen. Bei den Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege sind die Löhne im Bundesschnitt mit am niedrigsten. Nur mit einer angemessenen Bezahlung wird der Fachkräftemangel zu bewältigen sein. Daher braucht es seinen flächendeckenden Tarifvertrag Soziales und eine Ausbildungsoffensive. Die Pflege braucht mehr Wertschätzung, damit mehr Menschen den Pflegeberuf ergreifen und ihn lange und mit Freude ausüben.“

 

Hintergrund:

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zeigt, dass der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte leergefegt ist. In Sachen offene Stellen zu Arbeitslosen in der Altenpflege im bundesweiten Ländervergleich belegt Sachsen den letzten Platz  – 1.456 Altenpflegekräfte fehlen, auf 100 freie Stellen kommen nur 13 arbeitslose Pflegekräfte! Zudem geht die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege im Vergleich zu 2014 zurück. In der Krankenpflege sieht es nicht viel besser aus – hier fehlen insgesamt 546 Pflegekräfte, auf 100 freie Stellen gibt es 36 potentielle Bewerberinnen und Bewerber.

 

Die grüne Bundestagsfraktion hat zwei Pflege-Sofortprogramme in den Bundestag eingebracht, in denen sie zusätzlich insgesamt 50.000 Pflegefachkräfte für die Alten- und Krankenpflege fordern. Die parlamentarischen Initiativen der Grünen-Bundestagsfraktion finden Sie HIER und das grüne Sofortprogramm Pflege HIER.

 

Das Positionspapier „Gute Pflege in Sachsen – Selbstbestimmt und würdevoll“ der sächsischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kann HIER nachgelesen werden: