Bericht In Sachsen
30.08.2019

Mit Toni Hofreiter auf Landwirtschaftstour durch Ostsachsen und die Region Dresden

Bessere Preise für gute Lebensmittel, dass wäre das  A & O, um das Überleben vieler kleinerer und mittlerer Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen zu sichern. Bei meiner Landwirtschaftstour mit Toni Hofreiter wurde deutlich, dass die Landwirte derzeit mit dem Rücken zur Wand stehen: Die vier großen Handelskonzerne LIDL, ALDI, REWE und EDEKA drücken weiterhin massiv die Preise, es fehlt an regionalen Verarbeitungsbetrieben, wie kleineren Schlachthöfen, die die sächsischen Produkte ohne weite Transporte weiterverarbeiten und vermarkten. Besondere Qualität bei konventionellen Produkten ist für die Verbraucher*innen nicht erkennbar und wird entsprechend nicht honoriert. Hinzukommt die Klimakrise, deren erste Betroffene die Landwirte sind.

 

Doch was und wie lassen sich die Probleme lösen? Um regionale Wertschöpfung zu fördern und lange Transportwege zu vermeiden, möchten wir Bürokratie für kleinere und mittlere Betriebe abbauen, so dass diese Strukturen, sei es in Produktion oder Verarbeitung gestärkt werden. Wir wollen weg von der Flächenprämie und mehr in der Förderung der zweiten Säule stecken. Außerdem muss es für alle tierische Produkte, ähnlich wie bei den Eiern, Kennzeichnungen für die Haltungsformen geben, um Qualitätsunterschiede auch bei der konventionellen Landwirtschaft herauszustellen. Diese und andere mögliche Maßnahmen haben wir mit den Landwirten intensiv diskutiert. Auch wenn es, z.B. beim Thema Glyphosat keine 100 %ige Einigkeit gab, wurde doch deutlich, dass es einer grundlegenden Änderung der sächsischen Landwirtschaftspolitik Bedarf, um den Berufsstand aus der Krise zu holen.

 

Bildquelle: privat