Bericht In Sachsen
09.07.2020

Mit Volldampf für die Schiene: Das Deutsche Schienenforschungszentrum in Dresden

„Das ist historisch gewachsen“, der Lieblingsspruch der Eisenbahner, hat oft seine Berechtigung, sei aber auch Hemmschuh für innovative Denkansätze, so Frau Prof. Salander, die neue Direktorin des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) in Dresden. Entgegen gängiger Bilder von Eisenbahnbehörden beeindruckte mich das Zentrum, ein Jahr nach der Gründung, mit Aufbruchsgeist und hoher Dynamik. Dabei ist die Einrichtung des Bundes nicht nur Ansprechpartner für die Deutsche Bahn AG, sondern für alle Betreiber und hat den Auftrag vor allem konkrete Probleme mit Anwendungsbezug zu beforschen.

 

Über das einstige Bahnpionierland Sachsen nimmt Frau Prof. Salander kein Blatt vor den Mund: „die Menschen sind teils bahnentwöhnt“. Die Streckenrevitalisierung sei eine wichtige Stellschraube, um die Bevölkerung wieder für die Bahn zu begeistern. Begeisterung für das System Bahn erwartet die Direktorin auch von Ihrem jungen Team, mit dem sie viele und große Pläne hat. 16 Millionen Euro stehen in diesem Jahr für die Vergabe von Schienenverkehrsforschung zur Verfügung. Im nächsten Jahr will sie im Zentrum selbst forschen und dafür zusätzliche Fördergelder einwerben.

 

Auch bei der geplanten Schienenfahrzeug-Teststrecke "TETIS" in der Lausitz ist man involviert und will zwischen Horka und Falkenberg eine eigene Versuchsstrecke für die Forschung aufbauen. Mit Blick auf den Smart Rail Connectivity Campus in Annaberg-Buchholz stellte Prof. Salander noch einmal heraus, dass das Lausitz-Projekt keine Konkurrenzveranstaltung ist, sondern sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten gut ergänzen.

 

Bildquelle: privat