Artikel Im Bundestag
15.04.2020

Neue Abwrackprämie müsste klare ökologische Kriterien vorschreiben

Die Abwrackprämie nach der Finanzkrise hat nur wie ein Strohfeuer bei den Autoverkäufen gewirkt, aber keine Kursänderung bei den Autoherstellern hin zu abgasfreier Mobilität ausgelöst. Wer jetzt eine neue Abwrackprämie fordert, um nach der Coronakrise die Automobilwirtschaft wieder anzukurbeln, muss deshalb klare ökologische Kriterien vorschreiben.

Eine Abwrackprämie müsste dafür sorgen, dass gezielt alte und schmutzige Fahrzeuge ausrangiert werden: 40 Prozent des Pkw-Bestands hat die Abgasnorm Euro 4 oder schlechter! Die Prämie müsste auch stufenweise an den CO2-Ausstoß der Neuwagen gekoppelt werden, sodass E-Autos die höchste Prämie erhalten, wohingegen die Prämie bei Neuwagen mit einem CO2-Ausstoß über dem europäischen Flottengrenzwert ganz entfällt.

Klar ist auch, dass eine Abwrackprämie einhergehen muss mit dauerhaften Anreizen für mehr abgasarme und abgasfreie Neuwagen. Deswegen brauchen wir ein Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer und müssen auch die milliardenschweren Subventionen für Dieselkraftstoff endlich abschmelzen. Eine Abwrackprämie ersetzt auch keine grundlegende Verkehrswende, die Alternativen zum eigenen Auto stärkt, also vor allem Bus und Bahn sowie eine sichere Radinfrastruktur.

 

Bildquelle: Pixabay.com/GarysLens