Bericht Im Bundestag
17.12.2019

Rückblick auf das Fachgespräch: „E-Fuels, Wasserstoff, Biosprit: Wo können alternative Kraftstoffe die Elektromobilität ergänzen?“

Beim Pkw setzt sich die Elektromobilität durch, doch wenn sie z.B. beim Lkw oder in der Luftfahrt an Grenzen stößt, brauchen wir Alternativen in Form von E-Fuels, Wasserstoff oder Biokraftstoffen. Welche Rolle diese Kraftstoffe spielen, darüber haben wir bei unserem Fachgespräch im Bundestag diskutiert.

 

Peter Kasten vom Öko-Institut führte in seinem Vortrag aus, dass E-Fuels nicht nur den Klimaschutz sehr teuer machen, sondern auch die Klimabilanz unsicher sei, solange es keine strengen Nachhaltigkeitskriterien für Strom- und CO2-Bezug bei der Produktion gebe. Zudem seien E-Fuels noch nicht im Industriemaßstab verfügbar. Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung führte aus, dass die Kosten der Wasserstofferzeugung einen breite Nutzung im Verkehr derzeit verhinderten. Zudem machte sie deutlich, dass es Nutzungskonkurrenzen zu anderen Sektoren gebe, die Wasserstoff ebenfalls zur Dekarbonisierung benötigten. Dr. Franziska Müller-Langer vom Deutschen Biomasseforschungszentrum stellte die Bandbreite unterschiedlicher Biokraftstoffe vor, die auch die unterschiedlichen Produktionsmengen, CO2-Minderungen und Marktpreise erklärten. Die Umsetzung europäischer Vorgaben (RED II) in deutsches Recht müsse ambitioniert ausfallen, wenn die Biospritproduktion über das schon erreichte Niveau hinausgehen soll.

 

In der Diskussion mit Dr. Günter Hörmandinger (Agora Verkehrswende), Dorothee Saar (Deutsche Umwelthilfe), Karl Hauptmeier (Sunfire) und Claus Sauter (VERBIO) wurden diese Aspekte vertieft. Während zwischen Herrn Hauptmeier und Herrn Sauter Einigkeit bestand, dass nur eine ambitioniertere Umsetzung der RED II alternative Kraftstoffe in den Markt bringt, mahnten Frau Saar und Dr. Hörmandinger zusätzliche Impulse an, indem beispielsweise der CO2-Preis erhöht und klimaschädliche Subventionen abgebaut würden. Im Nachgang des Fachgesprächs hat der Vermittlungsausschuss den CO2-Preis dank Druck der Grünen zumindest ein stückweit angehoben. Zustimmung erntete meine Kollegin Ingrid Nestle in ihrer Zusammenfassung mit der These, dass der derzeit öffentlichen "Botschaftspolitik", in der Wasserstoff als Lösung für alle Antriebsfragen präsentiert werde, endlich eine ernsthafte und differenzierte Auseinandersetzung folgen müssen.

 

Bildquellen: privat