Presseecho In Sachsen
16.09.2020

Sächsische Zeitung: "Herrnhuter Bahn: Kohle dank Kohleausstieg?"

Die Strukturstärkungsmittel für die Kohleregionen sind eine Chance für die Reaktivierung der "Herrnhuter Bahn“. Mehrere Schienenausbauvorhaben stehen im Gesetz. Dazu gehört auch die Elektrifizierung und der Ausbau auf bis zu 160 km/h der Bahnstrecke von Görlitz nach Zittau. In der bestehenden Trassierung durch das Neißetal ist für mich dieser Ausbau schwer vorstellbar. Die Strecke verläuft zum Teil in Polen und wie schwierig es ist, hier zu Lösungen zu kommen, sieht man an der seit Jahren versuchten Sanierung des wenige Kilometer umfassenden Abschnittes zwischen Zittau und Hradek über polnisches Staatsgebiet. Eine Neubaustrecke auf deutscher Seite scheidet aus, weil wir hier von einem Realisierungszeitraum von weit über 20 Jahren und hohen Kosten sprechen.

 

Interessant wird es, wenn man die Verbindung von Zittau nach Görlitz über Herrnhut denkt und entsprechend ausbaut. Da auch Dresden-Görlitz elektrifiziert wird, werden ähnliche Fahrzeiten wie heute erreichbar bei gleichzeitig weiteren positiven Effekten: Der Ausbau könnte zeitnah umgesetzt werden. Züge von (Liberec) Zittau nach Dresden könnten in Löbau mit denen aus Görlitz geflügelt werden, was nicht nur wirtschaftlicher ist, sondern auch für eine schnelle Verbindung nach Dresden sorgt. Ich habe mich deshalb in mehreren Schreiben an das Bundesverkehrsministerium, die Deutsche Bahn AG und den Landkreis Görlitz gewandt, um eine Streckenführung von Zittau nach Görlitz über Herrnhut-Löbau zu prüfen.

 

Bildquelle: matunjic/pixabay.com