Pressemitteilung In Sachsen
30.01.2014

Schienennetz - Kontrollfahrten nicht ausreichend: DB muss für jede Strecke guten Zustand garantieren

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung will Verkehrsminister Alexander Dobrindt den Zustand des Streckennetzes der DB genauer überwachen. Dazu sollen künftig auf 5.000 Kilometern des Netzes unabhängige Messfahrten durchgeführt werden. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung erklärte Stephan Kühn:

 

"Es ist zu begrüßen, dass Verkehrsminister Dobrindt den Zustand des Schienennetzes und den zweckgerechten Einsatz der Bundesmittel für den Erhalt sich jetzt genauer anschauen möchte. Zu lange hat die Regierung hier die Zügel schleifen lassen. Das ist aber bei Weitem nicht ausreichend. Wir brauchen bei der Überprüfung des bestehenden Bahnnetzes endlich strecken- und stationsgenaue, nachprüfbare Qualitätsparameter, statt nicht aussagekräftige Durchschnittswerte über das ganze Netz. Zahlreiche Bahnhöfe und Stationen in Sachsen sind nicht nur optisch heruntergekommen. Würden die Stationspreise, die jedes Bahnunternehmen für einen Halt entrichten muss, in die Sanierung gesteckt, wären unsere Bahnhöfe echte Visitenkarten. Problematisch ist die Lage auch bei den Bahnbrücken. In Sachsen haben wir durch marode Bahnbrücken selbst auf Hauptstrecken Geschwindigkeitseinbrüche: So bremst eine sanierungsbedürftige Brücke bei Langebrück die Züge zwischen Dresden und Görlitz von 120 auf 70 km/h herunter. Eine ähnliche Langsamfahrstelle befindet auf der Strecke Dresden - Leipzig im Abschnitt Priestewitz und Niederau. Die Beispiel verdeutlichen: Durchschnittswerte für die Bewertung des Infrastrukturzustands sind unbrauchbar."

 

Bildquelle: Bahnhof Aue, doppelplusgut, CC BY-NC-SA 2.0