Presseecho In Sachsen
04.11.2019

Serienproduktion des VW-Elektroautomodells ID.3 und Autogipfel im Kanzleramt

Etwa jeder achte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus Sachsen. Künftig wird der Anteil der Elektroautos deutlich steigen, denn in Zwickau startet VW heute die Serienproduktion des neuen Elektroauto-Modells ID.3. Sowohl auf der IAA, als auch bei Besuchen in den sächsischen Werkshallen habe ich mich über die Elektromobilitätsstrategie von VW informiert. Der Autobauer hat erkannt, dass die deutsche Automobilindustrie nur dann eine Zukunft hat, wenn sie beim internationalen Wettkampf um saubere Antriebe vorne mitspielt.

 

Doch es reicht nicht, wenn Elektroautos in Deutschland nur gebaut werden – sie müssen hier auch fahren. Damit die Elektromobilität auf die Überholspur kommt, muss die Bundesregierung bei ihrem heutigen Autogipfel im Kanzleramt endlich Beschlüsse fassen. Was zum Masterplan Ladeinfrastruktur bekannt ist, macht jedoch wenig Hoffnung. Viele Maßnahmen bleiben völlig vage oder werden weiter vertagt. Für mich ist klar: Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Ladepunkt in Mehrfamilienhäusern umsetzen. Verkehrsminister Scheuer wiederum muss das bestehende Förderprogramm für die öffentliche Ladeinfrastruktur sofort aufstocken und entbürokratisieren, anstatt die Probleme erst in einem Folgeprogramm anzupacken. Nur dann gibt es Planungs- und Investitionssicherheit für Ladesäulenbetreiber.

 

Die Transformation der Autoindustrie gelingt nicht, wenn die Bedenkenträger lauter sind als diejenigen, die die Elektromobilität als Garant für Wertschöpfung und Arbeitsplätze begreifen. Die Arbeitnehmer bei Autobauern und Zulieferern brauchen jetzt Planungssicherheit und Qualifizierungsangebote. Die Bundesregierung muss eine Qualifizierungs-Kurzarbeit ermöglichen, damit die Weiterbildung weder an fehlendem Geld noch an fehlender Zeit scheitert, und die betriebliche Mitbestimmung stärken, sodass Betriebsräte die Transformation mitgestalten können.

 

ZEIT online hat meine Erwartungen an den Autogipfel in einem Artikel aufgegriffen.

 

Bildquelle: Privat