Bericht In Sachsen
05.08.2019

Sicherheit in der Luft beginnt am Boden – zu Besuch am Dresdner Flughafen

Neben der notwendigen Diskussion um die negative Klimawirkung des Fliegens, gibt es ein zweites wichtiges Thema für den Luftverkehr: die Sicherheit. Auf Einladung des Bundesverbandes der Dienstleistungswirtschaft konnte ich am Dresdner Flughafen der Firma Klüh Security GmbH bei der Arbeit über die Schulter blicken. Das Sicherheitsunternehmen ist an beiden sächsischen Flughäfen für die Sicherheitschecks des Flughafenpersonals, der Crews sowie von allen Fahrzeugen und der Fracht zuständig. Die Passagierkontrollen sind davon getrennt. Darum kümmert sich im Auftrag der Bundespolizei ein anderes Unternehmen.

 

Grundlage für die Arbeit ist das nach mehreren Terroranschlägen im Jahr 2005 geschaffene Luftsicherheitsgesetz. Das zuletzt 2016 geänderte Gesetz stellt hohe Anforderungen an die Beschäftigten, die eine Zuverlässigkeitsüberprüfung durchlaufen müssen. Die Arbeit ist nicht nur verantwortungsvoll, sondern auch anspruchsvoll. Die Prüfungen bestehen 60 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber nicht. Bei der Aus- und Weiterbildung muss innerhalb von wenigen Sekunden bei zig verschiedenen durchleuchteten Gepäckstücken erkannt werden, ob im Handgepäck gefährliche/verbotene Gegenstände oder gar Sprengstoff versteckt sind. Ich konnte mich an so einem Test versuchen - Ergebnis: Ich hätte nicht bestanden.

 

Mittlerweile werden die Beschäftigten fair bezahlt. Die Tarifverhandlungen im Mai brachten nicht nur eine deutliche Lohnsteigerung, sondern auch eine vollständige Ost-West-Angleichung der Gehälter. Der Schuh drückt trotzdem bei der Personalgewinnung. Deshalb wäre es sinnvoll, den Luftsicherheitskontrolleur in einem festen Berufsbild zu fassen, um die Schulungen zu vereinheitlichen und die Beschäftigten universeller einsetzen zu können.

 

Die Firma Klüh ist am Dresdner Flughafen auch für die Sicherung des Vorfeldes verantwortlich, so dass ich einen Blick in die Sicherheits- und Leitzentrale des Flughafens werfen konnte. Der Blick hinter die Kulissen des Flughafens war sehr eindrucksvoll – und zudem klimaneutral, denn ich bin am Boden geblieben und mit Bus und Bahn angereist.

 

Bildquelle: privat