Bericht In Sachsen
17.07.2020

Sommertour | Zu Besuch im Erzgebirge: Förderprogramme des Bundes für Streckenreaktivierungen nutzen

Seit März unterstützt der Bund mit einem erweiterten Programm die Reaktivierung von Bahnstrecken (GVFG-Bundesprogramm). Diese Chance auf Förderung gilt es zu nutzen, um stillgelegte Bahnstrecken in Sachsen zu reaktivieren. Bisher hat das zuständige sächsische Verkehrsministerium noch keine Projekte nach Berlin gemeldet. Im Koalitionsvertrag haben wir eine Prüfung von Streckenreaktivierungen verankert. Jetzt muss endlich etwas passieren, andere Bundesländer sind längst aktiv geworden. Gestern war ich dazu in Pockau-Lengefeld im Erzgebirge mit Bürgermeister Ingolf Wappler und dem Chef der Erzgebirgsbahn Lutz Mehlhorn im Gespräch. Dabei ging es um die Reaktivierung der Strecke Pockau-Lengefeld nach Marienberg für den Nahverkehr. Marienberg ist eine von zwei Mittelzentren in Sachsen, die keinen Bahnanschluss haben. Anschließend ging es weiter nach Rechenberg-Bienenmühle. Am Bahnhof Holzhau endet eine ehemals grenzüberschreitende Bahnstrecke. Mit Bürgermeister Michael Funke stand ich am Ende des Gleises. Knapp neun Kilometer Gleis fehlen, um die sächsische Seite mit dem böhmischen Becken wieder zu verbinden und das Gebiet insbesondere für den Tourismus besser zu erschließen. Die tschechischen Partner sind bereit, die Strecke zu reaktivieren und warten auf positive Signale vom Freistaat Sachsen. Bürgermeister Funke wartet auf die vom Verkehrsministerium zugesagte Machbarkeitsstudie, damit wieder eine Bahnlücke mitten in Europa geschlossen werden kann.

 

Bildquelle: prrivat