Kommentar
27.08.2020

Strukturwandel: Die Menschen vor Ort mitnehmen

Heute unterzeichnen die Bundesregierung und die betroffenen Kohleländer eine Vereinbarung, die u.a. der Lausitz in den kommenden 18 Jahren milliardenschwere Unterstützung für den Strukturwandel durch den Kohleausstieg zusichert. Das ist positiv, weil wir den Strukturwandel wollen und die ausgehandelte finanzielle Unterstützung dafür eine gute Basis ist. Zu kritisieren ist, dass dieser Startschuss deutlich macht, wie unvorbereitet und wenig verbunden dieser Schritt in Bezug auf die Menschen in der Lausitz ist. Keine Erzählung, wohin sich die Lausitz entwicklen soll. Dabei sind die Themen bei den Menschen längst im Alltagsgespräch: Klimawandel, Land-Stadt-Flucht, Angst vor Abgehängtsein. Wir fordern erneut, die Menschen vor Ort einzubinden und nicht hinter Schreibtischen ihre Zukunft zu gestalten. Ich hoffe, dass die jetzt einzusetzenden Beiräte und Arbeitsgruppen diese Verbindungen herstellen. Vor sieben Jahren haben wir in Werkstätten begonnen gemeinsam mit den Bürger*innen der Oberlausitz der Frage nachzugehen, was nach der Kohle kommt. Der damalige Ausgangspunkt unser Überlegung, gilt heute umso mehr: die Menschen vor Ort sind größte Ressource für den Strukturwandel. Ihr Mittun, ihr Potential einzubinden wird mit darüber entscheiden, ob die Milliarden sinnvoll eingesetzt werden.

 

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