In Sachsen
12.06.2020

Strukturwandel geht in neue Phase

Annett Jagiela, Stephan Kühn und Heiko Jahn in der Wirtschaftsregion Lausitz

In 3 Wochen stehen die Gesetze zum Kohleausstieg und zur Stärkung des Strukturwandels zur Abstimmung in Bundestag und Bundesrat. Das Lausitzer Revier wartet sehnsüchtig auf diesen Beschluss, da erst dann klar ist, auf welcher gesetzlichen Grundlage und mit wieviel Geld die Region die Veränderungen, die der Kohleausstieg mit sich bringt, gestalten kann. Vorbereitet ist die Lausitz: Gemeinsam mit Annett Jagiela und Thomas Pilz habe ich die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) und die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) besucht, um mir einen Überblick über den Stand des Strukturwandels zu verschaffen. Die WRL mit Sitz in Cottbus ist der kommunale Zusammenschluss der Lausitzer Landkreise mit dem erklärten Ziel, den Strukturwandel in die eigenen  Hände zu nehmen. Als tragende Struktur für das gesamte Lausitzer Revier konzipiert (die Lausitz erstreckt sich über Brandenburg und Sachsen), wird die WRL aber nur für den Brandenburger Teil in der Verantwortung stehen. Der sächsische Teil der Lausitz  wird sich zukünftig der Dienstleistungen der SAS mit Sitz in Dresden bedienen, deren Aufgaben ebenfalls das Mitteldeutsche Revier umfasst. Im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Heiko Jahn und Jörg Mühlberg wurde aber sehr deutlich, dass sie sich der Aufgabe, trotz getrennter Bundesländer das Revier zusammen zu betrachten, sehr bewußt sind. Derzeit fasst unter der Regie der WRL eine Schreibwerkstatt mit ca. 50 aktiven und noch mal rund 150 passiven Akteuren die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt Lausitz der letzten zwei Jahre zusammen. Es entsteht die Entwicklungsstrategie Lausitz 2050, die dann auch in den 6 Kreistagen der Lausitz + Stadtrat Cottbus behandelt werden soll. Darauf aufbauend wird die SAS das vom Bund geforderte Programm zum Strukturwandel formulieren. Nach meinem Eindruck haben hier zwei sehr kompetente Akteure einen erfrischenden Blick auf die Lausitz. Ihnen ist bewußt, dass der Wandel nur gelingt, wenn wir die Lausitzerinnen und Lausitzer darin aktiv einbeziehen und nicht nur bestehende Strukturen bedienen. Sie dabei zu unterstützen, wird weiterhin unser aller Aufgabe sein.