In Sachsen
30.08.2019

Tür-zu-Tür Mobilität ohne eigenes Auto – mein Besuch bei CleverShuttle in Dresden

Einfach einsteigen und losfahren gilt als Mobilitätsversprechen für das Auto. Die Realität mit Staus und Parkplatzsuche sieht freilich oft anders aus. Tür-zu-Tür Mobilität ist aber auch ohne eigenes Auto möglich und wird mit der Digitalisierung einfacher. CleverShuttle mit Mehrheitseigentümer Deutsche Bahn im Hintergrund will ergänzend zu Bus und Bahn klimafreundliche „Anschlussmobilität“ bis zur Haustür ermöglich. In den Zeiten, wo der öffentliche Nahverkehr in der Rushhour an Grenzen stößt oder abends selten fährt, kommen die E-Autos von CleverShuttle ins Spiel. Bei CleverShuttle werden mehrere Fahrtwünsche verbunden (Pooling), so dass am Ende ein günstiger Preis herauskommt.

 

In acht Städten ist CleverShuttle mit derzeit 500 E-Autos unterwegs. In der Landeshauptstadt ist das Unternehmen erst seit 2018 mit einer noch sehr kleinen Flotte von 25 Pkws und Kleinbussen vertreten. Im Juli nutzen bereits über 10.000 Fahrgäste den Service. Meistens werden die Fahrzeuge zwischen 21 und 4 Uhr nachts bestellt. Damit die angedachte Mobilitätskette – mit dem Zug bis zum Bahnhof, mit dem geteilten Mietwagen nach Hause – gut funktioniert, muss der Service beim Kauf der Zugtickets auf dem DB Navigator gleich buchbar sein. Doch der schwere Tanker Deutsche Bahn braucht noch mindestens ein Jahr, bis Clevershuttle im Navigator integriert ist. Nicht sehr clever, finde ich. Entscheidend wird auch sein, dass diese neuen Mobilitätsdienstleistungen so reguliert werden, dass sie den ÖPNV ergänzen und nicht in Konkurrenz treten, ebenso wenig das Taxi vom Markt verdrängen. Die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes daher entscheidend. 

 

Bildquelle: privat