Bericht In Sachsen
22.05.2019

Wie sicher sind unsere Straßenbrücken - Zu Besuch bei einer Prüfung

Im letzten Jahr brach eine große Brücke in Genua zusammen. In den Tagen danach wurde auch in Deutschland der Zustand der Verkehrsinfrastruktur diskutiert. Ich habe mir gestern vom sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr am Dresdner Tor zwei Brücken und die jeweiligen Brückenprüfungen zeigen lassen. Mit Helm und Schutzkleidung konnte ich die Ingenieure bei ihrer Arbeit begleitet und bin auch in eine Autobahnbrücke hineingestiegen. 30 cm über mir fuhren die Autos und Lkw. Im Inneren der Autobahnbrücke nisten sogar Fledermäuse, denn hier ist es schön dunkel und trocken.

 

Alle Brücken werden regelmäßig genau untersucht und durch Prüfingenieure begutachtet. Gerade aufgrund der gründlichen und regelmäßigen Prüfungen an den Brücken sind die deutschen Brücken sicher. Jährlich finden Sichtprüfungen statt, aller drei Jahre eine einfache und aller sechs Jahre eine umfassende Hauptprüfung. Bei der Reform der Autobahnverwaltung muss darauf geachtet werden, dass die Brückenprüfungen durch die Autobahn GmbH ordentlich durchgeführt werden. Trotz Digitalisierung ist klar: es braucht auch in Zukunft noch die Sichtung der Ingenieure mit dem Hammer und der Hand.

 

Insgesamt gibt es 39.500 Brücken an den Bundesstraßen und Autobahnen in Deutschland. Zwei Drittel aller Brücken in Deutschland wurden zwischen 1960 und 1985 errichtet – zu einer Zeit als noch viel geringere Lkw-Mengen über die Straßen und Brücken fuhren. Gerade viele Brücken im Westen Deutschlands sind 40 bis 60 Jahre alt und müssen saniert oder auch ersetzt werden. Denn sie halten mit ihrem Baustandard den Lkw-Lawinen, die täglich über sie hinwegdonnern nicht stand. Im Osten Deutschlands wurden viele Brücken nach der Wende neu gebaut und sind daher überwiegend in einem guten Zustand.

 

Bildquelle: eigene Bilder