Bericht In Sachsen
24.05.2019

Zu Besuch bei der Bahnhofsmission Chemnitz

Seit 125 Jahren sind Bahnhofsmissionen für Menschen da, die Hilfe brauchen. Die Chemnitzer Bahnhofsmission, getragen von der Caritas und der Stadtmission, besteht seit 26 Jahren. Hilfe bekommen hier Obdachlose und Menschen mit Handicaps, zum Beispiel Blinde, die Unterstützung brauchen, um sich im Bahnhof zurecht zu finden oder Rollstuhlfahrer*innen, beim Ein- und Aussteigen in die Züge. Seit 17 Jahren ist Schwester Claudia-Maria dabei und kümmert sich mit hohem persönlichem Einsatz um die Sorgen und Probleme der Menschen. Sie und ihr Team öffnen morgens 8 Uhr die Türen und bieten Bedürftigen Frühstück und warme Getränke an. Sie wird dabei von 25 Ehrenamtlichen im Alter zwischen 23 und 82 Jahren unterstützt. Täglich suchen etwa 70 bedürftige Menschen die Bahnhofsmission auf, am Monatsende und im Winter sind es oft mehr. Im Gespräch berichtete mir Schwester Claudia-Marie von den sinkenden Chancen von obdachlosen Menschen, eine Wohnung zu bekommen, von steigendem Crystal- und Ecstasy-Konsum und von der Aussichtslosigkeit von vielen Langzeitarbeitslosen. Die Altersarmut steigt sichtbar, denn zunehmend kommen Rentnerinnen und Rentner in die Bahnhofsmission. Wer daran Zweifel hat, dass wir eine armutsfeste Grundsicherung und eine staatliche Garantierechte brauchen, die Menschen wirkungsvoll vor Armut schützt, sollte eine Bahnhofsmission besuchen.