Artikel In Sachsen
11.03.2015

Zu Besuch beim Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz

11.03.2015 | Automobilhersteller arbeiten zunehmend mit Leichtbau-Verbundstoffen. Die Karosserie des BMW i3 in Leipzig wird beispielsweise aus Carbon-Fasern „gebacken“. Eine ressourceneffiziente Lösung fürs Recycling gab es bisher nicht, die Carbon-Bausteile werden bisher thermisch entsorgt – mit hohem Energieverbrauch. Das Recycling ressourcen- und energieintensiver Werkstoffe wird an Bedeutung gewinnen. Das Textilforschungsinstitut hat hierfür Lösungen erarbeitet und erhielt dafür 2013 den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis. Aus den geschredderten Carbonfasern werden Vliesstoffe hergestellt, die dann zum Beispiel als Verkleidungsteile im Auto erneut verbaut werden können.

 

Chemnitz war die Hochburg der Textilindustrie. An diese Tradition knüpft das Sächsische Textilforschungsinstitut als private industrienahe Forschungseinrichtung an. Es beheimatet unter anderem das Innovationszentrum Technische Textilien. Im Rahmen von „Future Tex“, gefördert vom Bundesforschungsministerium, wird an den Textilien der Zukunft geforscht. Ob Textilien, die in der Gebäudearchitektur zum Einsatz kommen können (zum Beispiel textile Solarzellen) oder intelligente Textilien, die elektronische Bauteile enthalten (zum Überwachen von Körperfunktionen zum Beispiel), die Verwendungsmöglichkeiten werden vielfältig sein.

 

Bemerkenswert auch die Lösungen für den Straßen- und Landschaftsbau. Mittels Geogitter können Böschung zuverlässig stabilisiert werden. Hätte man sich mal mit den Chemnitzer Experten vor dem Bau der A 17 ausgetauscht, wäre angesichts der zahlreichen Böschungsrutschungen viel Geld zu sparen gewesen. Auch für die Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften und deren Gewässern hat das Forschungsinstitut Lösungen. Dort können durch den Einsatz von textilen Stoffen schwimmende Pflanzenträgerinseln Leben in tote Landschaften zurückholen.

 

Mehr Informationen finden Sie unter www.sfti.de