Bericht In Sachsen
30.04.2019

Zu Besuch in der Eurregion Elbe/Labe mit Anna Cavazzini, sächsische Kandidatin fürs EU-Parlament

Europa lebt von der grenzüberschreitenden Begegnung zwischen den Menschen. Diese Begegnungen sind insbesondere für die Bewohner*innen der Grenzregionen von Bedeutung. Verständigung und Austausch werden vom beherzten Engagement der zahlreichen lokalen Initiativen getragen, aber auch von Fördermitteln der EU. Wie gestalten sich die Projekte konkret vor Ort und welche Herausforderungen ergeben sich während deren Verwirklichung? Diesen Fragen sind Anna Cavazzini, sächsische Kandidatin fürs EU-Parlament, und ich in der Euroregion Elbe/Labe Region gesterter nachgegangen.

 

In Bannewitz organisieren Bürgermeister Christoph Fröse und seine Mitarbeiter*innen gemeinsam mit der Partnerstadt Dubí in Tschechien stetig gemeinsame Sport- und Kulturveranstaltung und Begegnung von Schüler*innen. Man lädt sich gegenseitig zu Gemeindeveranstaltungen ein. Dabei wird der Enthusiasmus allerdings häufig durch überbordende Bürokratie gebremst. Und das keineswegs von Seiten der EU, sondern von der sächsischen Bürokratie. Das bestätigt auch Rüdiger Kubsch, Geschäftsführer der Kommunalgemeinschaft Euroregion Elbe/Labe.

 

Die Euroregion Elbe/Labe fördert sozio-ökonomische Kooperation zwischen Sachsen und Tschechien, unter anderem durch den Kleinprojektefonds. Die Vielfalt der geförderten Initiativen erstreckt sich von Kinder- und Jugendsport bis hin zu Tourismus und Kultur. Der „Sporttag ohne Grenzen“ zwischen Bannewitz und Dubí ist ein Beispiel für jene Förderung. Dass Sport Grenzen überwindet, zeigt auch der Sportverein Hockey United. Bereits seit sechs Jahren trainieren tschechische und deutsche Kinder und Jugendliche von 5 bis 16 Jahren gemeinsam in Hockeyteams. Das Besondere: Es wird abwechselnd in Dolní Poustevna in Tschechien und in Sebnitz trainiert. Beim Treffen mit Ingo Loth von Hockey United berichtete er uns außerdem, dass das grenzüberschreitende Sportangebot stetig um neue Sportarten ausgeweitet wird.

 

Die jährliche Zitterpartie, ob Fördergelder bewilligt werden, verschlingt unnötig Ressourcen der Menschen vor Ort. Dabei ist ein langfristiger Aufbau von Kooperationsstrukturen unerlässlich, um eine nachhaltige Begegnungskultur zu etablieren.